00:00:00: Der Alkoholkranken kriegen Hilfe, weil das Angehörigen sieht so ein bisschen schwieriger aus.
00:00:03: Da muss man echt länger suchen, an wen sich man hinwenden kann, der in seinem privaten Umfeld jemanden hat, der eindeutig klar ein Problem mit dem Alkohol hat.
00:00:12: Egal, in welcher Art dieses Problem sich äußert.
00:00:15: Wie bewahrt
00:00:15: er sich?
00:00:16: Wie war das denn bei dir persönlich, als du gemerkt hast?
00:00:19: Hobberler.
00:00:20: Der Mensch, den ich am meisten daheim mag, der hat da ein Problem mit dem Alkohol.
00:00:25: Das ist ja schleichend.
00:00:28: Alkohol... war für mich eigentlich auch immer normal, von der Familie her schon, ich denke ich auch überall normal, dass getrunken wird, aber es wird, wenn du nicht aufpasst, halt irgendwann immer mehr.
00:00:43: Und wenn so der Zeitpunkt war, kann ich ehrlich gesagt gerne nicht sagen.
00:00:51: So ungefähr vor acht Jahren hat das Ganze dann seinen Höhepunkt erreicht, bis er dann selber eingesehen hat.
00:00:59: dass er Hilfe braucht, da hat ich natürlich schon viele Jahre, viele verzweifelte Jahre hinter mir.
00:01:06: Wo du nach Hilfe suchst, wo du gar nicht weißt an wen du dich wenden sollst, wo du Fragen hast, wie gehe ich mit der Situation um, aber da kommt natürlich die Stigmatisierung dazu, die Angst, die Scham, traust dich gar nicht.
00:01:27: Irgendwann war ich dann mal beim Arzt.
00:01:31: Heute weiß ich, die Ärzte haben eben viele, gar keine Ahnung von dem Thema.
00:01:38: Während deren Studium wird das nur angerissen.
00:01:42: Wenn sich da nicht einer wirklich ein bisschen mehr damit befasst, fällt das hinten runter und der Angehörige sowieso.
00:01:49: Der ist ja gesund.
00:01:50: Der hat das aktive Problem des Trinkens ja nicht.
00:01:53: Ja, aber durch das, weil er ... eigentlich helfen möchte.
00:01:58: Ja, geht's halt teilweise wirklich soweit, dass du in Depressionen fällst oder selber irgendwelche psychosomatische Erkrankungen erzählst.
00:02:09: Lass mich ein, zwei Schritte nochmal kurz zurückgehen.
00:02:12: Du sagst vor acht Jahren, hat er das selber gemerkt, Hopperler jetzt.
00:02:16: Das heißt, wie lange vorher hast du denn gemerkt, das ist mehr als gesund?
00:02:23: Also von wie vielen Jahren sprechen wir dann?
00:02:25: Das ist so ein Anstieg immer mehr, ja, fünf,
00:02:31: sechs, fünf, zehn Jahren.
00:02:33: Und wie hat sich das geäußert, dass du gesagt hast, okay, ich sehe jetzt nicht nur an der Zahl an Flaschen oder Vorräte, die weniger sind.
00:02:42: Oder wie hast du es gemerkt?
00:02:44: Das wurde dann heimlich.
00:02:46: Irgendwann stand halt kein Glas mehr auf dem Tisch.
00:02:50: Er hat Weißwein gedrunken, sondern die Flasche im Kühlschrank.
00:02:54: Irgendwann habe ich Flaschen irgendwo gefunden und das Schlimme war, er war ja nie irgendwie böse oder sonst was, aber ich habe mit ihm abends geredet und morgens wusste da nichts mehr davon, dass ich dann irgendwann gesagt habe, ich brauche eigentlich gar nichts mehr mit ihr reden, weil es bringt eh nichts, du weißt es eh noch mal am nächsten Tag.
00:03:15: Und das hat er nicht, sagt er ja, ist ja nicht so?
00:03:17: Nee,
00:03:17: ein Alkoholiker hat ja kein Problem.
00:03:23: Das gibt ja keiner zu.
00:03:25: Das gehört zur Krankheit, dass sie das verleugnen.
00:03:27: Das weiß ich heute.
00:03:29: Und auch das Verstecken.
00:03:30: Und irgendwann habe ich ihn, nachdem ich ein schönes Versteck gefunden habe, habe ich dort alle Flaschen ausgelernt und ein Brief hingelegt.
00:03:39: Und da hat es schon so ein bisschen Glück gemacht.
00:03:43: Und dann kann man aber von der Arbeit dann auch noch irgendwo ein bisschen Druck und ...
00:03:49: Also es gab schon massive Anzeichen und eben auch Beeinträchtigungen des Alltags, auch des Arbeitsalltags.
00:03:54: Wenn du sagst, von Arbeit kam dann schon hinweis.
00:03:56: Ja, und das ganz Schlimme war dann für mich dann die Angst.
00:04:02: Weil ich wusste dann, er fährt nach Hause.
00:04:06: Ich wusste nicht, was hat er getrunken.
00:04:08: Oft habe ich dann gesagt, dann ruf mich bitte an.
00:04:10: Ich hole dich, aber fahr dann nicht noch mit dem Auto.
00:04:13: Nö, wieso?
00:04:14: Ich habe doch nur ein Scharle getrunken.
00:04:16: Es war immer nur ein Scharle, maximal zwei.
00:04:18: Aber da gab es dann die Walterschorle.
00:04:21: Also Walterschorle, das wissen die im Flugplatz, das ist also so neunzehntel Wein und einzehntel Wasser.
00:04:31: Das war dann die Walterschorle.
00:04:34: Boah!
00:04:37: Und dann geht natürlich das Kopfkino.
00:04:39: Was passiert, wenn?
00:04:42: Und was passiert, wenn, wenn dann jemand anders drunter leidet?
00:04:47: Du meinst noch jemand?
00:04:48: Weiteres neben euch beiden.
00:04:51: Ja, wenn der jetzt betrunken Auto fährt und wer da jemand droht oder ein Rollstuhl.
00:04:59: Wie hat sich, ich meine, das sind immense Sorgen.
00:05:02: Wie hat sich das dann über die Jahre bei dir geäußert?
00:05:05: Ja, ich hatte dann schon psychische Probleme.
00:05:12: Irgendwann ist dann auch eine mittelschwere Depression diagnostiziert worden.
00:05:18: Allerdings ... kommen ja dann andere Probleme von außen immer auch noch dazu.
00:05:24: Also da gab es dann noch andere familiärere Probleme und Selbstwertgefühl am Boden.
00:05:31: Aber warum?
00:05:31: Weil du nichts machen kannst?
00:05:33: Obwohl es auch dein Partner ist, den du am besten kennst.
00:05:35: oder ist das dieses Woran liegt?
00:05:38: Also hast du eine Schuld gesucht?
00:05:42: Irgendwo schon eine Mitschuld.
00:05:45: Heute weiß ich das.
00:05:48: Weil dann war von mir, von der Heimherr eigentlich, dass es dann irgendwann, Jesus ist ja auch kein Wunder bei der Frau, wenn jemand, also wenn jemand getrunken hat.
00:06:02: Jetzt ist es ja so, ihr wohnt auf dem Dorf.
00:06:06: Und wie es halt so im typischen schwäbischen Dorf ist, wenn man nicht verwandt ist mit irgendwie den der Hälfte der Nachbarn, man kennt sie fast alle.
00:06:14: Wie war das für dich?
00:06:15: Hat dich das... noch mehr isoliert?
00:06:18: Mit deiner Situation.
00:06:18: Für
00:06:19: mich war das im Dorf ganz extrem.
00:06:22: Also ich hab dann wirklich, wo er dann auch weg war auf Entzug.
00:06:28: Ich hab mich verbarrikadiert.
00:06:30: Ich hab mich auf der Terrasse so hingesetzt, dass mich ja keiner sieht.
00:06:35: Ja, ich bin eigentlich jetzt erst nach acht Jahren, weil ich ja jetzt das Amt hab als ... Angehörigenbeauftragte vom Diözesanverband Rotenburg-Stuttgart von Kreuzbund.
00:06:49: Ich bin jetzt nach acht Jahren wirklich so weit, dass ich in die Öffentlichkeit gehe.
00:06:55: Ich habe vor einem Jahr auch ein Interview gehabt in einer Zeitung, wo ich gesagt habe, aber ja, nicht mit meinem Namen.
00:07:07: Obwohl wir mir jetzt im Jahr zwanzig leben.
00:07:09: Das Thema ist einfach zu stigmatisiert.
00:07:12: Und da gibt's ja auch das Wort koalkoholiger oder koabhängig.
00:07:18: Keiner sagt, du bist ko-krebskrank oder ko-depressiv.
00:07:25: Das ist nur bei Alkohol.
00:07:28: Und es ist doch normal, dass jeder, der einen Kranken zu Hause hat, versucht, demjenigen irgendwie zu helfen.
00:07:34: Und da geht mir die Hutschnur.
00:07:39: Wie bist du damals?
00:07:41: Auf diese Vereinigung?
00:07:43: Wie bist du aufmerksam geworden?
00:07:45: Also wie kam da der erste Kontakt?
00:07:46: Ich habe ja überall gesucht nach Hilfe.
00:07:49: Ich habe gesagt bei Arzt, wo ich an der Entzugsklinik war, das war so meine Hoffnung.
00:07:55: Da gab es dann wohl eine Angehörigengruppe, aber da hat man mir dann zwei Tage vorher abgesagt, wegen weniger Teilnehmer.
00:08:02: Also ich bin immer wieder von einem Loch ins Antrieb gefallen.
00:08:06: Dort habe ich dann eine Schauttafe gesehen, dass es Selbsthilfegruppen gibt, verschiedene.
00:08:11: Und die habe ich mir dann abfotografiert.
00:08:13: Und dann war ich erst mal beim Blauenkreuz zweimal.
00:08:16: Ich habe aber den Hintergedanken schon gehabt.
00:08:18: Ich möchte eigentlich, wenn er wieder daheim ist, dass wir zusammen irgendwo hingehen.
00:08:22: Aber gab es das damals?
00:08:23: Gemischte Gruppen gibt es genügend.
00:08:25: Die gibt es vom Blauenkreuz.
00:08:26: Die gibt es von uns, vom Kreuzbund.
00:08:29: Was gibt es noch?
00:08:30: Freundeskreis, gut Himmler.
00:08:32: Da gibt es schon einige.
00:08:34: Okay.
00:08:35: Aber das wusste ich vorher eben auch, alles nicht.
00:08:38: Und wie gesagt, und blaues Kreuz, das war dann irgendwie mit Beten am Schluss und so, aber ich dachte, nee, ich glaube, da geht er nicht mit.
00:08:46: Dann waren natürlich die Gemischtegruppe in Wieblingen, also von daher nicht weit war das neiliegend.
00:08:52: Und die Leiter der Heute.
00:08:56: Ich bin so an verschiedene Durftenkreuzbund in Seminare, war dann an einem Angehörigenwochenende in Bad Wörishofen und die, die das organisiert hat, ich glaube, die ist selber Kreuzbund, die lebt für den Kreuzbund und die hat uns dann mal die Augen geöffnet, was das eigentlich alles mit uns Angehörigen macht.
00:09:20: Was ist jetzt mit mir los?
00:09:21: Weil ich bin ja erst ins Loch gefallen.
00:09:23: wo er in die Entzugsklinik kam.
00:09:26: Wieso geht es mir jetzt schlecht?
00:09:28: Jetzt müsste er eigentlich besser gehen.
00:09:31: Nö.
00:09:32: Und da haben wir das eigentlich gelernt, was eigentlich mit der Angehörigen dann so alles passiert.
00:09:37: Wie lange war er denn da?
00:09:39: Damals war es, Gott sei Dank, noch etwas länger.
00:09:43: Ja, ein paar Wochen und dann ist er nach Ulm dann gekommen in die Tagesklinik und dann in die Tagesrehaar.
00:09:53: Aber es gibt sehr viel, es gibt es heute nicht mehr, weil das Geld ja gar nicht mehr da ist.
00:09:57: Also die sprechen in der Entzugsklinik schon von Dreh-Tür-Patienten, weil die gehen raus und geheilzen die ja nicht wirklich.
00:10:07: Die sind halt, ja, haben dann Entzug gemacht.
00:10:10: Sie wurden behandelt?
00:10:11: Ja.
00:10:12: Und gehen raus und kommen drüben wieder rein.
00:10:18: Drei Wochen, glaube ich, haben die noch.
00:10:21: Okay.
00:10:21: Und ganz früher weiß ich, die waren teilweise ein halbes Jahr, Jahr weg.
00:10:28: Wo
00:10:28: gibt es hier noch die Möglichkeiten?
00:10:30: Hier in Ulm ist ein Bad Schosenried oder in Zweifelten.
00:10:37: Nur in Rheiner Entzug, so mit zwei, drei Tagen, das kann ich glaube ich auch in kleinere Kliniken machen.
00:10:42: Das bringt ja wirklich gar nichts, das bringt ja nichts.
00:10:45: Nicht im Entgiften.
00:10:49: Es ist dann nur eine Entgiftung, ja.
00:10:51: Aber da wird eingespart und das wird halt immer kürzer, aber ... Im Endeffekt bringt's ja nichts, weil die kommen ja alle wieder.
00:10:59: Und von unserer gemischten Gruppe aus, die mein Mann leidet, die besuchen zweimal im Jahr die Entgiftungsanstalt und da müssen die dann quasi teilnehmen, die dort sind.
00:11:12: Und da sind dann welche dabei, die prallen, weil sie da schon das dreißigste Mal sind.
00:11:17: Und für andere, die unbedingt hinwollen, die warten dann, was weiß ich, wie lange, bis sie Platz kriegen.
00:11:23: Das wäre jetzt die nächste Frage.
00:11:24: Wie schnell kriegt man einen Platz?
00:11:26: Wie schnell gibt es eine Behandlung?
00:11:29: Wie schnell gibt es eine Therapie?
00:11:31: Ich glaube, momentan ist es vier bis acht Wochen.
00:11:33: Vier bis acht Wochen, in denen ich mir ganz oft überlegen kann, auch nee, ist doch nicht so schlimm.
00:11:38: Es ist aber der Sinn dahinter, dass vielleicht doch der eine oder andere, dem es nicht ganz so ernst ist, das nicht antritt.
00:11:47: Das ist doch Wahnsinnwitz.
00:11:48: Ja, ist so.
00:11:49: Kein Geld.
00:11:50: Das ist doch... Ja, aber das ist doch Glücksspiel mit der Gesundheit von Menschen.
00:11:55: Wenn man überlegt, wie viele sind es?
00:11:57: Wie viele Millionen Deutsche alkoholabhängig sind oder einen Missbrauch zu mindest haben?
00:12:03: Ich glaube, aktuell um die eins, sechs Millionen.
00:12:06: Ja, und hinter jedem stehen natürlich ja auch die mindestens einen Angehöriger.
00:12:10: Wenn ihr auch ne belegst, wenn da jetzt Menschen betroffen sind, die vielleicht auch noch Kinder haben.
00:12:14: Das kriegt man ja in unserer Angehörigengruppe mit.
00:12:17: Wenn jetzt zum Beispiel der Mann abhängig ist, dass dann die Frau so mit ihre Probleme beschäftigt ist, dass sie die Kinder gar nicht mehr sieht.
00:12:25: Die Mutter meint, die kriegen das nicht mit.
00:12:28: Wohl wahr, die haben ja für bessere Antennen, aber in dem Moment, wenn du so drinsteckst, ist er das nicht bewusst.
00:12:35: Und es trifft halt jede Schicht und jede Art von Mensch.
00:12:38: Richtig.
00:12:39: In der Gesellschaft meint man ja, das sind die unter der Brücke.
00:12:41: Nee.
00:12:42: Nee, eben nicht.
00:12:44: Das sind Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, das sind Richterstaatsanwälte, Politiker, Ärzte,
00:12:54: die Lehrerin, die Nachbarin, der Hausmeister.
00:12:57: Und bei uns Deutsche ist es einfach so normal, dass getrunken wird.
00:13:01: Ich glaube, es gibt kein Land, wo das so verhaumlos ist wie wir.
00:13:06: Und dann, wenn man dann die Alkoholsteuer anguckt, wird man die hochmachen, da hätte man nämlich wieder Geld.
00:13:14: dafür, dass man die Leute, aber da sind dann die Brauer, die Winzer, sind dann wieder irgendwo in der Politik.
00:13:23: Ich möchte jetzt nicht sagen, das ist eine federles Wirtschaft, aber es ist so.
00:13:28: Die wehren sich, die könnten dann vielleicht ein bisschen einbußen haben.
00:13:32: Ich würde dann die Alkoholsteuer mindestens auf fünfzig Prozent auch machen.
00:13:38: Warum gibt es keine abschreckenden Fotos von Betrunken?
00:13:41: oder von Alkoholsuchkranken auf Weinflaschen, aber bei Zigaretten ziehen sie es durch.
00:13:46: Seit Jahren, vehement!
00:13:48: Ja, da kämpft man grad vom Kreuzbund aus, ja, aber...
00:13:51: Wie funktioniert das?
00:13:52: Wo stellt man dann Antrag?
00:13:53: Eine Petition?
00:13:54: Wie... wie... wie geht das vor?
00:13:55: Also,
00:13:55: wir haben jetzt... ja, ja, ja, den... die jetzt ist sein Verband, da ist der Bundesverband drüber, und die haben ja dann... da gibt's ja auch einen Suchtbeauftragung für Bundesrepublik.
00:14:04: Aber das stößt halt auch überall an...
00:14:07: Ja, das macht halt Geld, na?
00:14:09: Luxus und Genussgüter.
00:14:11: Genau.
00:14:12: Vor ein paar Jahren habe ich auch eine Zahl gelesen, dass in der Nachkriegszeit jeder zweite Deutsche geraucht hat.
00:14:18: Das hat mich schockiert.
00:14:20: Und mit dem Alkohol, dieser Alltagsalkohol, diese selbstverständliche Anstoßen müssen.
00:14:25: Ich werde oder wurde auch immer noch so ein bisschen schwierig angeguckt, weil ich Alkohol am Arbeitsplatz extrem schwer finde.
00:14:34: Und diese Trinkkultur sei doch nett so.
00:14:38: Also diese absolute Verharmlosung und von, dass das auch nicht akzeptiert wird, dass du nichts trinken willst.
00:14:45: Ja, du musst dich wirklich rechtfertigen, wenn du nix trinken willst.
00:14:48: Aber
00:14:48: wie kann das denn sein?
00:14:50: Warum hat man das Gefühl, damit zu machen?
00:14:54: Wieso
00:14:54: kann das nicht funktionieren, dass wir als Erwachsene einigermaßen mündige und einigermaßen intelligente Menschen sagen, ist es mir doch egal, ob der jetzt von mir denkt, hey cool, wir trinken das Gleiche?
00:15:06: Oder ist das... weil wir dem anderen kein schlechtes Gefühl geben wollen, dass er vielleicht etwas tut, was nicht so gut ist.
00:15:12: Also sind die, die das Stigma tragen, das sind eigentlich die, die zu gut sind.
00:15:18: Ja, und ich habe auch festgestellt, dass die, die selber ein Problem damit haben, das sind die Schlimmsten, wo dann sagen, jetzt komm, das eine, damit sie nicht ganz so ein schlechtes Gewissen haben.
00:15:32: Können Sie sich das rechtfertigen?
00:15:35: Dass das ja normal ist, wenn man was trinkt.
00:15:37: Kommen wir zu den Produktiven.
00:15:39: Was finden die Menschen, wenn sie Hilfe suchen bei euch?
00:15:41: Rein pragmatisch.
00:15:43: Wir haben eine Online-Gruppe bei kreuzbund.de.
00:15:46: Da kann man dann die Gruppen suchen.
00:15:49: Da gibt es leider nicht sehr viele angehörigen Gruppen, reine angehörigen Gruppen, weil das ist nochmal ganz was anderes für die Angehörigen.
00:15:58: Also, wir sind beide Gruppen wichtig.
00:16:00: Ich bin auch in der gemischten Gruppe bei meinem Mann.
00:16:03: Einfach um zu verstehen, was geht in deren Kopf vor, warum?
00:16:07: Brauchen die das unbedingt?
00:16:10: Aber in der reinen Angehörigengruppe geht es wieder um ganz andere Themen.
00:16:14: Und da ist noch, finde ich, noch um einiges tiefer, weil die Angehörigen doch um einiges mehr leiden, wie die Betroffenen selber.
00:16:24: Und da geht es auch nicht nur um Alkohol, wir sind für alle Süchte da.
00:16:28: Also sei es jetzt von Drogen, Essen, Kaufsucht.
00:16:33: spielt sucht ja, ganz sehr am kommenden Medien sucht.
00:16:37: Onlinegruppe, wie funktioniert das?
00:16:39: Die Onlinegruppe ist auf unserer Homepage, Kreuzbund.de, Mittwochs, neunzehn Uhr und dann klickt man drauf und ist in der Gruppe drin.
00:16:49: Wie so ein Online-Meeting?
00:16:50: Genau, nur dass es einfach... einfach geht.
00:16:53: Also ich muss jetzt nicht irgendwo meine Adresse hinterlegen, sondern ich klick drauf, wenn es Mittwochabend nach neunzehn Uhr ist und dann bin ich in der Gruppe.
00:17:03: Und was ganz wichtig ist, alle Gruppen, egal ob Seminar, ob online oder Präsentgruppe, es ist immer die Verschwiegenheit gepflichtet.
00:17:12: Das ist das oberste Gebot, dass ich einfach sicher sein muss, dass das im Raum bleibt, dass nichts nach außen getragen wird.
00:17:18: Die Geschichten wie auch die...
00:17:20: Das heißt, mein Nachbarn hat ... Dann ist das Vertrauen ganz anders.
00:17:26: Da kann man drüber reden.
00:17:28: Und wenn dann drüber drehst oder dann zuhörst, kriegst du mit, dass im Grunde genommen sich die ganzen Sachen bei den anderen genauso wiederholen.
00:17:38: Da findest du es sehr dann wieder.
00:17:40: Ja, wie gesagt, das ist die Gemischdekruppe.
00:17:43: Bei meinen Wieblingen gibt es aber mehrere.
00:17:45: Die ist jeden zweiten Dienstag.
00:17:47: Unsere Angehörigengruppe ist immer am ersten Mittwoch im Monat.
00:17:52: Und dann haben wir letztes Jahr in der Caritas vier Infoabende für Angehörige angeboten, weil es eben in Ulm hier so nichts groß gab.
00:18:05: Und da hat sich jetzt auch eine Angehörigengruppe etabliert, die dann Therapie geleitet ist.
00:18:11: Und da gehe ich auch hin, weil das ist nochmal ganz anders.
00:18:14: Bei der Selbsthilfegruppe redet man untereinander.
00:18:18: Jeder, der es erlebt hat, kann ja ganz anders berichten wie ein Therapeut.
00:18:22: Und bei der Therapie geleiteten Gruppe hat es noch mal ganz andere Qualitäten.
00:18:27: Und da finde ich jetzt wieder eher, da kriegst du eben mehr Theoretisches auch mit.
00:18:32: Wie gehst du mit der Situation um?
00:18:34: Da gibt es jetzt zum Beispiel dieses klar, was wir da jedes Mal gesagt bekommen, das K vorkonsequent.
00:18:42: Also konsequent sein mit dem, was ich androhe, nur das anzutrohen, wie bei kleinen Kindern auch, dass ich nachher auch wirklich durchsetze.
00:18:51: Also ich kann jetzt nicht sagen, ich stelle dir der Kofferfahrt-Tür und das hundertmal, das glaubt er dann immer, das Elf loslassen, das ist Science, abgrenzen, ich sorge für mich und das auch verreden.
00:19:07: Reden und dann auch Hilfe suchen.
00:19:10: Das finde ich richtig gut.
00:19:12: Ich finde gerade eben dieses, dass man bewusst gemacht
00:19:15: bekommt,
00:19:16: du bist ein eigenes Individuum.
00:19:18: Es ist zwar fantastisch, wie viel Energie und Hingabe und Kraft und Liebe man in einen anderen Menschen steckt, aber zu welchem Preis, dass man selber immer noch da ist und selber auf sich gucken muss.
00:19:33: Und nicht nur die Hilfe, wie kann man dem so betroffenen Partner oder von mir mitgehen helfen, sondern ... Wenn man selber nicht die Kraft hat, kann man das gar nicht.
00:19:41: Ja, und das ist nämlich das Schlimme, die Angehörigen kommen.
00:19:44: Und am besten hätten die natürlich, die wollen jetzt ein Rezept, eine Pille, damit er was tut.
00:19:51: Das geht nicht.
00:19:53: Ich kann nur für mich was tun.
00:19:55: Und das sieht man dann in der Gruppe, wenn jemand ein paar Mal kommt, am Anfang, was das für eine Veränderung gibt.
00:20:06: Weil ich sage dann auch immer, sagt es daheim auch.
00:20:09: wo du hingehst.
00:20:10: Sag nicht irgendwie was anderes.
00:20:12: Und allein das, der Partnermarkt, oh, die macht sich auf den Weg.
00:20:17: Und schon da ändert sich was.
00:20:18: Also das ist oft, wie dann so kleine Schrauben gedreht werden.
00:20:23: Und bei manchen sind es größere.
00:20:26: Die Veranstaltungen, die ihr plant.
00:20:28: Wie muss ich mir die vorstellen?
00:20:29: Also es ist nicht, da steht vorne.
00:20:31: jemand erzählt, wie böse der Alkohol ist.
00:20:32: Das wäre wahrscheinlich nicht besonders effektiv für keine Beteiligten.
00:20:37: Was gibt es, was bittet?
00:20:40: Also da geht es los.
00:20:42: Erst ist eine Referendin, die einfach, also es geht um Angehörige hauptsächlich, aber sind natürlich alle herzlich willkommen, weil das Thema ist ja weit verbreitet.
00:20:52: Die Referendin, die Carina Mal von der psychosozialen Beratungsstelle in Ulm von der Caritas, hält einen Referat, einfach was Angehörige so mitmachen.
00:21:03: Dann ist ein Theaterstück, das zwei Schauspielerinnen, Ja, die bringen das richtig hautnah rüber.
00:21:12: Ich habe es jetzt zweimal schon gesehen.
00:21:22: Wie ist das mit dem Kind?
00:21:24: Das wird ja gemobbt dann, weil die anderen die morgen das ja natürlich auch.
00:21:29: Und das Spielen, der ist aber wirklich ganz toll mit Mimikästik.
00:21:33: Also, ich finde, das reißt so richtig mit.
00:21:37: Dann auch die Partnerin.
00:21:41: Wenn der Partner dann anruft und wieder lügt und du hoffst ja immer wieder und dann wirst du wieder enttäuscht, denn es kommt ja nicht und dann musst du wieder gucken und dann nach außen dann zu sagen, der kommt nicht, weil er betrunken ist, das mach ich ja irgendwo auch nicht, solltest du aber.
00:22:04: Ja und das wird da in diesem Theaterstück einfach so hautnah rüber gebracht.
00:22:10: Und anschließend gibt es eine Diskussion.
00:22:12: Und das Ganze ist in Kooperation mit dem Landratsamt.
00:22:17: Ab
00:22:18: Donaukreis.
00:22:20: Wichtig, glaube ich, für Hörer, die das hören und zu sagen,
00:22:25: oh,
00:22:25: nach Dekalek hört ihr trabsen.
00:22:27: Ich weiß, dass Person X, Y in meinem Umfeld, mein Partner, mein Nachbar, mein Kollege, mein wer auch immer, bester Freund.
00:22:33: Sie trinken gerne, aber wenn ich das jetzt so höre, dann kommt mir ein komisches Gefühl.
00:22:39: Können wir denen nochmal so eine kleine Nachricht mitgeben, dass es überall vorkommt, dass es jeden trifft, dass es jeden treffen kann.
00:22:48: Ihr seid nicht allein.
00:22:49: Ist das nicht eure Schuld?
00:22:51: Ihr seid nicht für die Menschen verantwortlich?
00:22:53: Alle sind herzlich willkommen.
00:22:55: Allein der Klick auf die Homepage ist doch schon mal ein Ding, was man gemacht hat.
00:22:59: Das ist schon mal ein Schritt.
00:23:00: Einfach mal die Ohren und Augen offen halten.
00:23:02: Man ist nicht allein.
00:23:04: Ja, ich finde, es ist einfach wichtig, darüber zu reden, weil sobald ich mich öffne und mich traue, darüber zu reden, kommt dann vom Gegenüber sehr oft.
00:23:16: Das ist bei mir genauso.
00:23:19: Weil es sind einfach so viele, die ja ähnliche Probleme haben oder jemand im Umkreis haben.
00:23:26: Ich finde, das Thema gehört einfach, ist einfach wichtig.
00:23:32: Das ist alles gut.
00:23:33: Das ist alles gut.
00:23:34: Alles ist alles in Ordnung.
00:23:36: Du, wir können auch, wir machen es radikaler.
00:23:39: Was muss sich ändern?
00:23:41: Was soll sich ändern?
00:23:42: Wer hat gefälligst, was zu ändern?
00:23:44: Dass
00:23:45: sich die Angehörigen von Betroffenen nicht fühlen, als hätten sie eine Schuld, als wären sie schlechtere Menschen, als müssten sie sich entschuldigen für die Situation.
00:23:55: Was muss sich ändern in Deutschland?
00:23:57: Auf jeden Fall mehr Einverständnis von oben.
00:24:04: Die Alkoholsteuer sollte auf jeden Fall hoch.
00:24:07: Und auf die Gefahren sollte man aufmerksam machen.
00:24:10: Weil es ist einfach so schleichend und für jeden normal und das ist es eben nicht.
00:24:18: Weil wenn man nicht aufpasst und es ist keinem vorher bewusst, wie schnell man in so was reingerät, jeden kann es treffen.
00:24:26: Und dafür muss man sich nicht schämen.
00:24:29: Punkt.
00:24:31: Punkt.
00:24:32: Genau.
00:24:33: Und warum ist Wasser in der Wirtschaft teurer wie Zbier?
00:24:38: Zum Beispiel.
00:24:39: Warum gibt's im Kindergarten bei Martinus fest Glühwein als Vorbild?
00:24:47: Ist ja das immer wieder bei dem Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Aber.
00:25:08: darüber wird diskutiert, dass die aber Alkohol und Cocktails machen, zum Teil sogar die Schüler für die Erwachsenen, wo du denkst, hm, klasse.
00:25:17: Ich lass an Vortgläsler einen alkoholhaltigen Cocktail von Fanny machen, wie verschoben unser Verhältnis zum Alkohol ist.
00:25:26: Geh mal eine Kunde Drei und bestelle ne Torte ohne Alkohol.
00:25:31: Ja.
00:25:31: Fünfzig Torten, wenn die eine oder zwei haben, dann hast du aber Glück.
00:25:35: Echt?
00:25:35: Oh.
00:25:35: Also als Backträbemittel können die das so verstehen, aber so rum.
00:25:39: Das ist wie früher das Frauengold.
00:25:41: Ist beruhigt.
00:25:43: Hustensäfte für Kinder.
00:25:45: Gott sei Dank, wo Gott sei Dank heutzutage der Alkohol rauslassen lässt.
00:25:48: Blätterteig.
00:25:50: Guck ich auf die Packung.
00:25:51: Medalkohol.
00:25:53: Das wär jetzt...
00:25:54: Hat er nicht gesehen und nicht gemerkt wahrscheinlich.
00:25:57: Das
00:25:57: wär jetzt meine Frage.
00:25:59: Wie kritisch ist das für jemanden, der eine echte Alkoholsucht hat?
00:26:03: Kann das schon chemisch im Körper wirklich was anrichten?
00:26:06: Ich glaube, das kommt auf die Person auch an.
00:26:10: Und auf das Wissen.
00:26:12: Wenn er sich das jetzt schon extra kauft.
00:26:15: In dem Wissen, da ist Alkohol drin.
00:26:18: Ach, kaufe ich mir einen Schokolade mit Rumtraubenuss.
00:26:22: Dann kaufe ich mir jetzt einfach zehn.
00:26:24: Oder weiß ich, ich denk dann.
00:26:27: Und dann ist es auch unterschiedlich.
00:26:29: Das kriegt man in der Gruppe ab und zu mit.
00:26:32: dass bei manchen schon eine Rolle spielt, aus welchem Glas die getränkt trinken, weil dann ist das Suchtgedächtnis irgendwie dann da, wenn die jetzt aus einem Bier oder Sektglas irgendwie dann Apfelsaft trinken, macht das irgendwie schon was, aber da kenne ich mich jetzt wieder, das wenig aus.
00:26:51: Also, dass man den Gläser, das kann ich mir auf jeden Fall sehr gut vorstellen.
00:26:54: Dieses Typische, ich hatte das als ich es rauchen aufgedeppt habe vor vielen Jahren mal.
00:26:58: Der erste Urlaub als Nichtraucher, wo wir längere Zeit in einem Zug saßen oder ich fahre nie Zug.
00:27:03: Mir steigen aus und ich hatte am Bahnsteig plötzlich das unglaublich unbändige Gefühl, ich mache unsere Kippe.
00:27:10: Weil es früher als Raucher, dann bin ich noch Zug gefahren zur Berufsschule vor zwanzig Jahren.
00:27:15: Und diese Verbindung hatte mein Kopf noch so drin, dass dieses Suchgefühl kurz mal angeklopft hatte, gedacht mir heu.
00:27:22: Und wenn das so einfach geht.
00:27:23: Dann ist das ein immenser Kampf in all diesen Alltagssituationen, wo man ja halt getrunken hat in Deutschland, weil es ja normal ist.
00:27:30: Ich krieg das ja ab und zu ja auch mit, dass welche nach dreiundzwanzig, siebenundzwanzig Jahren wieder anfangen.
00:27:36: Also da irgendwo keine Ahnung, einen ungünstigen Moment eine Bierflasche stehen sehen.
00:27:44: Keine Ahnung, was da.
00:27:46: wahrscheinlich geht da vorher schon irgendwo was ab im Kopf und dann haben die einen Rückfall.
00:27:53: Und ja, das ist vielleicht auch noch eine Zahl.
00:27:56: Achtzig Prozent, die keine Selbsthilfegruppe besuchen nach der Therapie, werden rückfällig.
00:28:04: Das ist erwiesen.
00:28:07: Die Selbsthilfegruppen haben einen immensen Anteil dran, die Leute abstennen zu halten.
00:28:16: Du musst irgendwo immer was tun.
00:28:21: Wie kann das denn sein?
00:28:22: Weil du vorhin sagst, es gibt da welche, die in den Inzugsklinik zum dreißigsten Mal sagen, wo ich bin, ich bin halt schon zum dreißigsten.
00:28:28: Ja, ich krieg mal den Orden.
00:28:30: Dass die so oft, weil sie halt schon mal sozusagen im System sind, dass sie dann leichter, dann heißt das, naja, das läuft ja.
00:28:38: Und dann, wie wenn man ein Folgerezept kriegt für die Massage.
00:28:41: Ist es einfach, ein Folgerezept zu kriegen als ein erstes?
00:28:44: Die haben, glaube ich, was sind's, zwei Betten oder sowas?
00:28:49: In Bad Schossenried, so Art Notfallbetten.
00:28:53: Das heißt, wenn der jetzt auf der Straße stürzbetrunken aufgelesen wird, dann müssen die den aufnehmen.
00:29:06: Deswegen haben wir schon teilweise gesagt, wenn einer so gar nicht aufgenommen wird, eigentlich soll der Stimm jetzt einen Trichter geben, noch eine Schnapsflasche rein, damit er dann aufgenommen wird.
00:29:15: In Bad Schossenried irgendwo an Bad Stein legen.
00:29:20: Es ist doch in Deutschland, in Deutschland kriegt nur der Hilfe, der wirklich darum fragt.
00:29:23: Außer er ist so unmündig durch die Einflüsse, dass man sagt, Gott, das will, der muss jetzt einfach, ob er will oder nicht, muss dieser Mensch behandelt werden, egal in welcher Form, jetzt in welcher Stufe, oder?
00:29:34: Also du musst...
00:29:35: Kannst du
00:29:37: das nicht?
00:29:38: Also, wenn jetzt einer wirklich fünfzigmal in der Ulmer Altstadt aufgelesen wird, komplett knülle, dicht, eine Gefahr für sich und andere, dann nimmt vielleicht erst mal die Polizei mit oder, keine Ahnung, landet in Ausnichtungssälle, so stelle ich mir das jetzt vor.
00:29:53: Weiß nicht?
00:29:55: Die nehmen gar nicht mit oder kommen ins Krankenhaus oder was ist da?
00:29:59: Okay.
00:30:00: Ja, und das passiert halt so oft.
00:30:03: Bis zum... Ja, passiert einfach weiter.
00:30:07: Außer er sagt, okay, ich muss wirklich.
00:30:10: Es bringt aber auch nichts.
00:30:13: Wenn einer nicht will, bringt es nichts.
00:30:18: Er selber erst.
00:30:21: Aber ich finde es halt so schade, dass einer, der dann will, so lange warten muss und einer, der eigentlich gerne will, der muss dann aufgenommen werden, weil er mit drei, neun Promille irgendwo liegt.
00:30:35: Ich
00:30:37: meine, es ist ja nicht so, als würden die Leute dann über drei Jahre ein staatliches Bett nutzen und wie Vorbepflegung kriegen und sonst was, sondern das ist zwar ein lebenslanger Prozess.
00:30:47: Im Vergleich zu anderen Therapien ist das ja wirklich eine kurze Geschichte, wo der Staat wirklich aktiv dann irgendwas reinstecken muss sozusagen.
00:30:55: Der Staat muss reinstecken, wenn nichts getan wird.
00:30:57: Das ist das Schlimme und das sind dann die Gelder, die fehlen.
00:31:01: Was man mit der Alkoholsteuer wieder reinbringen könnte.